14.06.2021

Am Düsseldorfer Hauptbahnhof sind einige Veränderungen geplant.

Der BDA Düsseldorf bezieht Stellung.

Geplante Bauvorhaben:
Der Düsseldorfer Hauptbahnhof befindet sich im Wandel. Geplant ist unter anderem ein 115 Meter hoher Büroturm der Deutschen Bahn (1), der nach dem Abriss des Bahnhofsnebengebäudes (ehemaliger Saalbau) am nördlichen Platzrand gebaut werden soll. Die DB plant im Zuge dieser Veränderung das Empfangsgebäude aufzustocken und neu zu gestalten (2). Auf den sechs, zum Teil offenen Ebenen soll es neben Aufenthaltsräumen für die Fahrgäste auch Raum für die Dienststellen der Bundespolizei und einem Hotel geben. Der Bahnhofsvorplatz soll im Zuge dieser Veränderungen ebenfalls modifiziert werden (3). Gegenüber dem Hauptbahnhof wird mit dem KAP1 im ehemaligen Post-Gebäude ein neues Kulturzentrum entstehen (4). Direkt am Konrad-Adenauer-Platz werden derzeit drei Hotels und ein Fußgängerweg zum Mintropplatz gebaut (5). Auf der Hinterseite des Hauptbahnhofs an der Erkrather Straße ist der Bau des Stadtquartiers Grand Central vorgesehen (6).

1. Büroturm DB:
Der geplante Büroturm der DB wurde aus dem Kontext geboren, dass Teile des Immermannhofs abgerissen werden und eine optische Verlängerung des Straßenprofils der Immermannstraße entsteht. Der Abriss des Immermannhofs wurde jedoch wieder verworfen, die gewünschte Sichtachse in die Immermannstraße Richtung Innenstadt entfällt folglich und der Turmneubau würde somit seine städtebauliche Sinnhaftigkeit verlieren. Der BDA schlägt vor, den Turm in die Horizontale zu bringen, um gleichzeitig eine Verbindung des Konrad-Adenauer-Platzes mit dem Bertha-von-Suttner-Platz zu erzeugen. Somit würde der geplante DB Turm weniger in das Stadtbild eingreifen und eine Verbindung des Konrad-Adenauer-Platzes mit dem Bertha-von-Suttner-Platz erzeugen.

2. Umbau Hauptbahnhofshalle:
Die Planung für eine Aufstockung der Hauptbahnhofshalle sieht der BDA sehr kritisch. Neben der Beunruhigung, dass der markante Uhrenturm verkümmern würde merkt der BDA ebenfalls an, dass der geplante harmonische Übergang zu den drei neu entstehenden Hotels, dem Hansahaus und die Platzkante des Konrad-Adenauer-Platzes verfälscht würden. Durch die Aufstockung der Empfangshalle würde ein großer irreparabler städtebaulicher Fehler entstehen. Eine Überarbeitung dieser Planung im Hinblick auf den derzeit entstehenden Hotelneubau empfiehlt der BDA dringend.

3. Bahnhofsvorplatz:
Die Umplanung des Bahnhofvorplatzes im Hinblick auf Attraktivität und Barrierefreiheit sieht es vor, dass durch die Umleitung der Straßenbahnlinien Platanen gefällt werden müssten. Der BDA rät hier zu einer Prüfung durch das Umwelt- und Forstamt, wie gesund diese Bäume sind und ob von eine Fällung der Bäume zu empfehlen ist oder nicht.

4. KAP1
Durch den Umbau des ehemaligen Post-Gebäudes in das neue Kulturzentraum KAP1 wird die Zentralbibliothek, das FFT – Forum Freies Theater und das Theatermuseum direkt am Konrad-Adenauer-Platz verortet.

5. Drei Hotels:
Bei der Planung der drei Hotels wurde extrem großer Wert auf das Einfügen eines Verbindungsstücks gelegt, das zwischen dem bestehenden Bahnhofsgebäude und dem Hotelneubau die Höhen vermittelt. Weiterhin wurde darauf geachtet, dass die Proportionen des Neubaus den Übergang stimmig und harmonisch arrondieren. Dieses „Verbindungsstück“ würde durch die neuen Pläne einer Aufstockung der Hauptbahnhofshalle komplett seine Daseinsberechtigung verlieren, zu einer städtebaulichen Lücke verkümmern und in Zukunft als ein Planungsfehler gedeutet werden.

6. Grand Central:
Auf dem Gelände des ehemaligen Postverteilerzentrums ist das neue Stadtquartier Grand Central geplant. Neben Wohnen sind ebenfalls Flächen für die Nahversorgung und Kindertagesstätten vorgesehen. In dem Quartier sollen über 1.000 Neubau-Wohnungen zur Miete und als Eigentum entstehen. Für die Nahversorgung der zukünftigen Bewohner ist ein Supermarkt eingeplant. Die Planung steht derzeit still, ein Start des Bauvorhabens ist nicht bekannt.

Fazit:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es bei den zukünftigen Planungen rund um den Düsseldorfer Hauptbahnhof wichtig ist, den gesamten umliegenden Stadtraum mit einzubeziehen. Diese zahlreichen Erneuerungen werden Synergieeffekt mit großer Strahlkraft für den gesamten umliegenden Stadtraum hervorrufen. Die umfangreiche Umgestaltung des gesamten Gebiets birgt somit viele Chancen. Der BDA begrüßt diese Veränderungsprozesse. Doch merkt er ebenfalls an, dass die heutigen Planungen nicht umfangreich genug sind. Auffällig ist bei der gesamten Planung, dass lediglich die Vorderseite des Hauptbahnhofs betrachtet wird, die Hinterseite mit dem Bertha-von-Suttner-Platz wird jedoch völlig außer Acht gelassen. Der BDA rät dazu, dass die Sieger den Entwurf des Turmneubaus der DB und des Bahnhofsvorplatzes, auch im Hinblick auf die anderen Neubauprojekte am Düsseldorfer Hauptbahnhof, durch die sich geänderten Planungsparameter überarbeiten müssen beziehungsweise ein Wettbewerb ausgelobt wird, der die oben genannten Aspekte berücksichtigt!

Quelle: D-Magazin, März 2021
Hier geht es zum Artikel im D-Magazin

Der Hauptbahnhof in Düsseldorf wird umgestaltet.
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